SHIBBOLETH - a multimedia opera in English

02.12.2021

Composition:  Aigerim Seilova (2021)
Videodesign:  KLARA
Text:  jari.

EN
The multimedia opera shibboleth enters the mysterious world of the Internet––as a virtual doubling of the world, as a new kind of living space, as opportunity and danger. In a dreamlike allegory, we accompany the avatars of the musical piece into the branching corridors of an infinite hotel on their search for a secret room, through which they can modify their identities. However, this secret room can only be entered with a correct passport. The hackers Frank*5 and Guy1605, who get to know each other at a masked ball in a virtual club, only manage to find their own identities through a game of identity confusion. Chance encounters, hidden clues, unexpected abilities, and impenetrable fate enter into a game of transformation with one another, raising questions of privacy and illuminating the potential of anonymity.

"shibboleth" traces its etymology to a story from the Book of Judges. Originally a linguistic feature instrumentalized to identify and isolate social groups, the Hebrew word is now synonymized with "code word." Modern usage of the term includes its use as a password that allows a community to access a resource without the individual user having to reveal their identity. In the digital world, codes open or deny entry into other spaces, demarcate certain groups from others, and effect a kind of information monopoly for those who know the code.

Codes as a mark of identity? As a cloak of invisibility? Hacking as a redefinition of identity and virtual extension of real possibilities? What other possibilities arise in the ocean of the Internet? Today's world is hardly imaginable without the Internet. Reality gets lost in virtuality, virtuality becomes more and more reality. Because of the possibility to communicate online, usernames and profiles become more and more important. For many chat partners and group members, the real identity of the other person remains largely unknown. We have long been accustomed to recognizing usernames and profiles as 'persons'. So are we ourselves still 'real' even in chats and forums? For the protagonists in shibboleth, too, the boundaries between the virtual and the real are blurring.

DE
Die Multimediaoper shibboleth begibt sich in die mysteriöse Welt des Internets – als virtuelle Verdoppelung der Welt, als neuartiger Lebensraum, als Chance und Gefahr. In einer traumhaften Allegorie begleiten wir die Avatare des Musikstücks auf ihrer Suche nach einem geheimen Raum, der nur mit einem bestimmten Pass betretbar ist und durch den sie ihre Identität modifizieren können, in die verzweigten Gänge eines unendlichen Hotels. Den Hackern Frank*5 und Guy1605, die sich auf einem Maskenball in einem virtuellen Club kennenlernen, gelingt es nur durch ein Identitätsverwirrspiel ihre eigene Identität zu finden. Zufällige Begegnungen, versteckte Hinweise, ungeahnte Fähigkeiten und das undurchdringliche Schicksal treten miteinander in ein Spiel der Verwandlung, werfen Fragen der Privatsphäre auf und beleuchten das Potenzial der Anonymität.

“shibboleth” geht etymologisch auf eine Geschichte aus dem Buch der Richter zurück. Ursprünglich eine sprachliche Besonderheit, die zur Identifizierung und Isolierung sozialer Gruppen instrumentalisiert wurde, wird das hebräische Wort heute mit “Codewort” synonymisiert. Die moderne Verwendung des Begriffs schließt den Gebrauch als Passwort ein, das einer Gemeinschaft Zugang zu einer Ressource ermöglicht, ohne dass der einzelne Benutzer seine Identität dabei preisgeben muss. In der digitalen Welt öffnen oder verweigern Codes das Eintreten in andere Räume, grenzen bestimmte Gruppen von anderen ab und bewirken eine Art Informationsmonopol für die Code-Kenner.

Codes als Identitätsmerkmal? Als Unsichtbarkeitsmantel? Hacking als Neudefinition von Identität und virtuelle Erweiterung realer Möglichkeiten? Welche anderen Möglichkeiten ergeben sich im Ozean des Internets? Die heutige Zeit ist ohne Internet kaum noch vorstellbar. Realität verliert sich in der Virtualität, Virtualität wird mehr und mehr zur Realität. Durch die Möglichkeit, online zu kommunizieren, erhalten Usernames und Profile immer stärkere Bedeutung. Bei vielen Chatpartnern und Gruppenmitgliedern bleibt die reale Identität des Gegenübers weitgehend unbekannt. Wir sind längst daran gewöhnt Usernames und Profile als ‘Personen’ anzuerkennen. Sind wir also selbst in Chats und Foren noch ‘real’? Auch für die Protagonisten in shibboleth verschwimmen die Grenzen zwischen Virtuellem und Realem.



Mitwirkende

Cast

Sonja Boskou | Alt
Rebecca Frese | Mezzosopran
Freja Sandkamm | Sopran
Lukas Anton | Bariton
Joël Vuik | Counter-Tenor



Ensemble

David Bui | Musikalische Leitung
Lin Chen | Percussion
Fanis Gioles | Percussion
Elman Mecid | Percussion
Ferec Akbarov | Klarinette
Arsen Zorayan | Violine
Nariman Akbarov | Cello
Tair Turganov | Kontrabass
Steffen Lohrey | Elektronik

Hinter der Bühne

Aigerim Seilova | Komposition
jari. (niesner) | Regie
KLARA (Janina Luckow) | Videodesign
Caroline Packenius | Kostüme
Nora Ebneth | Dramaturgie

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